Der Uhrendoktor und die Knopfmacherin
 
Bei Ludwig hängen viele Uhren an der Wand und jede Einzelne zeigt eine unterschiedliche Zeit im tickenden Einklang.
Unter viele Uhren kann man sich eine Uhrenmenge von über 1200 verschiedenster Exemplare vorstellen.
In der Werkstätte des Uhrenliebhabers  finden sich von der Eieruhr bis hin zur Wanduhr, der Küchenuhr, Taschenuhr - Armbanduhr - Figurenuhr - Pendeluhr - Stoppuhr - Kommodenuhr -  Wecker - Bahnhofsuhr oder Standuhr auch außergewöhnliche Exemplare wie eine russische Kuckucksuhr.
"Die Uhr kenn ich!" lache ich Ludwig an und deute an eine bestimmte Uhr an der Wand. "Die Uhr die einen Vogel hat, das ist die Kuckucksuhr!"
 
Ludwig Brandstetter ist ein Fachmann, wenn es darum geht bei still stehenden Zeitmessgeräten die Rädchen wieder in Gang zu setzten.
Es ist die feine Technik des Uhrenwerkes selbst, welches Ludwig sehr fasziniert und seit Kindesbeinen an magisch in ihren Bann zieht.
Der gelernte Glaser sammelt Uhren seit seiner Jugendzeit an. Sein erstes Exemplar war ein alter Wecker, den er als Schülerbub am Scherbenhaufen ( = Scherbengrube/Müllhaufen) fand und mit Eifer reparierte. Neugierig und mit geschickten Fingern schaffte er es das Uhrwerk wieder zum Ticken zu bringen, doch endete der alte antike Wecker schließlich als umgebaute Seilwinde zum Spielen.
 
Gespannt höre ich dem Uhren-Experten zu und erfahre viel Interessantes über die unterschiedlichsten Typen der verschiedenen Chronographen.
Es war der niederländischer Astronom, Mathematiker und Physiker Christiaan Huygens, welcher im 17. Jahrhundert die Gesetze der Pendelbewegung untersuchte und die erste Pendeluhr erfand. Das nach ihm benannte Prinzip der Ausbreitung von Lichtwellen formulierte (huygenssches Prinzip) und die Wellentheorie des Lichtes entwickelte. Bei Huygens astronomischen Untersuchungen entdeckte er den Jupitermond Titan, den Saturn-Ring und den Orionnebel.
Es ist gut, wenn man seine alten Physikbücher noch im Bücherregal zu finden weiß und nachschlagen kann ;)
 
Ludwig erzählte mir auch, dass früher nur ein Zeiger an dem Uhrenblatt befestigt war. Nämlich der Stundenzeiger.
Heutzutage sind bei Sportveranstaltungen Zeitmesser und Stoppuhren unumgänglich, welche die Zeit bis zur Tausendstel Sekunde exakt messen. Dies erfolgt durch verschiedene Digitalstoppuhren, welche mit Schnittstellen für automatischem Datenfluss ausgestattet sind. Eine Erfindung der modernen Technik im raschen Flusse des Zeitstromes.
 
Die Unruhe der Uhr schenkt der Zeit ihren ruhigen Gang und ich höre gern das Ticken der Uhren. Ich liebe Pendeluhren. Ich mag es, wie sich die Pendel harmonisch in Einklang bewegen, sie machen den Pulsschlag der Zeit für mich sichtbar.
Ludwig wendet sich einer Räderuhr mit drei Pendel in einem schönen hölzernen Kasten, der mit reicher Schnitzerei und feinsten Messingzierplättchen geschmückt ist zu und stellt die Zeiger auf eine dreiviertel Stunde.
"Jetzt hör einmal diese spezielle Schlagfolge, Sabine."
Im einfachen Fall einer sogenannten Schlaguhr werden nur die vollen Stunden angeschlagen; Stunden-Schlag von einmal für 1 Uhr bis zwölfmal für 12 Uhr. Das Schlagwerk kann natürlich erweitert sein für die Angabe der halben Stunden. Das ist ein Zwischenschlag. Oder aber sogar auch der viertel Stunden (einmal für das erste Viertel, zweimal für das zweite Viertel und dreimal für das dritte Viertel). Um Verwechslungen mit dem Schlagen der vollen Stunden 1 Uhr bis 3 Uhr zu vermeiden, werden die viertel Stunden in der Regel auf einen zweiten Klangkörper geschlagen."
So ungefähr hab ich das verstanden.
Auf jeden Fall schlägt die Uhr viele viele Male und obwohl Ludwig meint, mit der Zeit braucht man gar nicht mehr auf die Zeiger zu sehen, da man anhand vom Hörens des Schlagens her die Zeit einfach weiß. Naja, das ist mir dann doch zu viel des Glockenklanges. Ludwig lässt mich dann noch in das Innerste eines Uhrwerkes sehen und zeigt mir den Klangkörper worauf die schlagende Hammer klopfen.
 
Habt ihr gewusst, dass eine einfache mechanische Uhr sich etwa aus 130 Teilen zusammen setzt. Komplexere Uhren können aus hunderten von Einzelteilen bestehen. Ludwigs Laden, Schachteln, Boxen und Regale sind voll von den unterschiedlichsten Uhrenteilen.
Die älteste Uhr in seiner umfangreichen Sammlung stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und auf die ist der Uhrendoktor besonders stolz.
 
Reparieren - Sammeln - Austauschen mit anderen Uhrenliebhabern, das ist Ludwigs Leidenschaft.
" Für mich gibt es nichts Schöneres, als eine still stehende Uhr wieder zum gehen zu bringen und das Uhrwerk zu reparieren!" lacht der sympathische Mühlviertler, der sich das Wissen über die Jahre hinweg selber angeeignet hat!
 
Obwohl bei Ludwig viele Uhren stehen bleiben, schreitet die Zeit im Minuten- und Sekundentakt eilends weiter.
 Die Zeit verging viel zu rasch und eine ganz besondere Kuckusuhr habe ich mitgenommen. Nicht nur, dass zu jeder halben Stunde der Kuckuck aus einem Türchen hervor kommt und munter seinen Kuckucksruf trällert, nein auch ein kleiner Schornsteinfeger grüßt zeitgleich durch den Rauchfang den Betrachter!
Zu sehen gibt es diese lustige mechanische Pendeluhr mit Kettenzug und Schlagwerk diese Woche in dem Schaufenster der Knopfstubn & Schmuckschmiede in Pregarten.
 
mit ticktackenden Grüßen
Eure Sabine, Die Knopfmacherin
https://zwirnknoepfe.jimdo.com/eintauchen-in-die-welt-von-kreativen-menschen/
 
Fotos: Helmut Hehenberger
 
 
Ps.: Übrigens die vielen Zahnräder und Uhrteilchen stammen für mein Portraitbild stammen von Ludwig`s Utensilienkistchen. !

Nach dem Besuch der Teekannenmacherin aus Alberndorf machte ich mich auf dem Weg zu einem ganz besonderen Mann.
Und bei diesem Mann ticken all seine Uhren in ganz unterschiedlichen Zeiten
Mit meiner Kamera durfte ich den Uhrendoktor in seiner Werkstatt besuchen und was ein Rauchfangkehrer mit dem Kuckuck zu tun hat, das erzähle ich Euch beim nächsten Mal!
Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntagnachmittag!

 

lichst Eure
Sabine, Die Knopfmacherin
Poesie im Kunsthandwerk

Die Teekannenmacherin aus dem Mühlviertel
und Die Knopfmacherin

 

Weiches fahles Licht fällt in das heimelige Atelier von Helga Kaminger.

Neugierig gehe ich auf das kleine Fenster zu und mein Blick fällt auf den schlafenden Garten, der sich malerisch an der Südseite des idyllischen Gehöftes anschmiegt in dem die ehemalige Kindergärtnerin mit ihrem Mann Peter lebt. Ein im Winterkleid gehüllter Apfelbaum streckt seine mit Vogelfutter und Meisenknödel  gespickten Zweige malerisch dem blauen Himmel entgegen. Unzählige heimische Gartenvögel tummeln sich in dem Geäst und nehmen mit freudvollem Gezwitscher  das dargebotene Futterangebot in Anspruch.
Ein paar Wanderer hinterlassen die ersten Spuren in einem mit einer weißen Schneedecke überzogenen angrenzenden Feld.
Weißer Rauch steigt aus den Schornsteinen der umliegenden Häuser des stillen Örtchens Alberndorf in die weiten Sphären des Himmels empor.

 

Die begeisterte Keramikerin bietet mir neben sich an ihrem antiken Arbeitstisch einen Platz an und während ich den guten heißen Willkommens-Tee entspannt genieße, nimmt Helga ein Stückchen weichen grauen Ton in ihre Hände.
Geschickt knetet und rollt sie daraus eine Kugel. Mit einem leichten Druck ihrer Finger beginnt sie diese gekonnt auszuhöhlen und formt daraus eine Tasse.

Ich sehe ihr interessiert zu und lausche dabei gespannt ihren Ausführungen. Die rothaarige hübsche Frau erzählt mir ihre große Liebe zu dem irdenen Material, mit dessen Hilfe sie ihre Emotionen in ihren Kunstwerken auszudrücken vermag.
Behutsam streichen ihre schlanken langen Finger an den Tassenrand und geben diesem seine bestimmende Form.
Der Rand ist nicht gerade, sondern gleicht einer sanften Hügelkette. Die Künstlerin erklärt mir, dies mache sie bewusst und symbolisiere die vier heiligen Berge des Buddhismus.
Jeder Berg hat seine eigene tiefe Bedeutung wendet sie sich an mich:
Die Unwissenheit zu überwinden und Weisheit zu erlangen; .
Die Töne der Welt wahrzunehmen; Auf dem Goldgipfel Buddha des grenzenlosen Lichtes; und dem barmherzigen Bodhisattva Ksitigarbha Beschützer der Lebewesen der Unterwelt, welcher die Seelen der Verstorbenen aus der Hölle errettet.


Aufmerksam lausche ich Helga`s Ausführungen und versinke mit ihr in ihrer fantastischen Welt.
Entflammt erzählt mir die Anfang Sechzigerin von ihren Fernostreisen. Sie lässt mich wohlwollend teilhaben an ihren Erinnerungen. Ich tauche mit ihr in das ehemalige Königreich Nepal, wandere durch Klöster und drehe bedächtig die Gebetsmühlen und entzünde duftende Räucherstäbchen. Sie erzählt mir von den Menschen die dort leben, von Buddha, von der Kultur und vom Leben.

 

Helga Kaminger, eine Frau, die ihrem Herzen folgt.
Ihr umfangreiches Wissen und großes Können hat sich Helga durch ihre Neugierde, ihre Freude am Tun, ihre tiefe Liebe und Leidenschaft angeeignet. Unzählige Seminare, Kurse und Workshop besuchte und besucht die sechsfache Oma mit großer Begeisterung weiterhin.
Es ist der Austausch mit Gleichgesinnten, der sie wirken und sein lässt.
"Solange das Feuer für den Ton in mir brennt mache ich weiter!"

Ich sage DANKE!


lichst Eure Sabine, Die Knopfmacherin
Poesie im Kunsthandwerk
zwirnknoepfe.jimdo.com

Fotos: Helmut Hehenberger

Eine unikate Teekanne und dazu gehörige Teetassen könnt Ihr gerne in der Knopfstubn & Schmuckschmiede erstehen.
Kontakt zu Helga bitte über mich.

 

Helga Kaminger über sich selbst:
Meine Liebe zur Keramik!
Seit 20 Jahren habe ich hier in Alberndorf meine kleine Keramikwerkstätte in unserer Wohnung, einen Elektrobrennofen in der Hausgemeinschafts- Werkstatt und einen Rakuplatz im Garten.

Mein Arbeitsplatz zum Formen und Glasieren ist klein und bietet mir alles, was ich dazu brauche. Gerade der beschränkte Platz zwingt mich immer wieder zum gründlichen Aufräumen und Aussortieren. Dadurch behalte ich einen Überblick über die vielen Zutaten, Glasuren, verschiedenen Tonmischungen und Arbeitsgeräte.

Der Rakuplatz ist zu einem Ritualplatz geworden, der umgeben ist von wertvollen einheimischen Bäumen und Sträuchern. Gerne gehe ich dorthin um ihn zu pflegen oder den Raku – Brand zu machen.

Besonders schön ist die Brennzeremonie in der Gemeinschaft mit anderen Keramikern. Meist jedoch brenne ich nur meine eigenen Stücke und dann ist mir Maria eine treue und wertvolle Helferin.

Immer wieder mache ich Figuren, die etwas ausdrücken durch ihrer Haltung und Farbgestaltung.

Wahrscheinlich weil ich mich selbst gerne bewege liebe ich Körper in Bewegung. Menschen forme ich genau so gerne wie Tiere aus meinem Lebenskreis.

Damit ich mich weiterentwickle arbeite ich über lange Zeit hinweg am selben Thema. Mehr als 2 Jahre habe ich vorwiegend Teekannen gemacht. Einige konnte ich verkaufen, was mir die Freude daran erhalten ließ, und einige landeten auf unserem Feldweg.

Die Routine, die daraus entstand half mir, dass es mir nun leichter fällt, eine Teekanne zu machen.

Und obwohl ich schon so viele ähnliche Keramiken gemacht habe, entdecke ich immer wieder neue Möglichkeiten in der Form und Oberflächengestaltung.

Unzählige Teeschalen machte ich seit Beginn an. Im Austausch mit Sabine ist eine neue Variante entstanden: mit einem großen Knopf aus ihrer Hand wird eine Dose draus!

Diese zündenden Ideen hole ich mir auch immer wieder bei KünstlerInnen, die Kurse veranstalten. So kann ich meine Techniken erweitern und und bleibe wach für Neues.

 

Helga Kaminger

"Die Menschen flüstern, sie ist eine Traumtänzerin, ein bunter Vogel, sie ist anders.

 

Ich lächle und sage,

ich bin ich!

 

Es ist wichtig im Leben, die Türe zu sich selbst zu öffnen. Sich zu finden und zu leben was man ist.

 

Denn nur das ist der Schlüssel

zu einem erfüllten Leben.

 

Manchmal muss man einen Spaziergang durch ein kaltes unfreundliches Regenwetter machen, um das Feuer der Wärme wohlwollend im Inneren seiner Selbst zu spüren.

 

 

 

Finde Dich und hab den Mut es auch zu leben.

 

Diese Kraft und unendliche Liebe Dich in Deinem ganzen wunderbaren wertvollen Sein anzunehmen, das wünsche ich Dir aus ganzem Herzen."

 

Sabine Krump,

Die Knopfmacherin

 

"Ich denke im Leben ist es wichtig, nicht nur passiv Zuschauer zu sein, sondern auch aktiv auf der Bühne zu spielen. Das Stück heißt Leben."

 

Sabine Krump

 

"Wenn das Herz erzählt, erzählt es mit Liebe, dann wird vieles lebendig."

Sabine Krump

Wunder sind allgegenwärtig!

"Weit oben, im Schein der hellen Sonne sehe ich meine bedeutungsvollen Bestrebungen und Vorhaben, die ich noch machen möchte. Auch, wenn ich sie nicht alle erreichen kann, so erfreue ich mich an ihrem Sein und fühle sie in der Wärme der Sonnenstrahlen. Ich kann mich im Licht erinnern und versuchen sie tagtäglich nahbarer zu machen."

 

Sabine Krump

 

Es gibt einen Ort in dir,
der liegt tief versteckt zwischen schlafen und wachen.
Es ist der Platz, wo die Träume geborgen und noch bei dir sind. Und dort ist es am Anfang immer dunkel, aber dann mit jedem Herzschlag erwächst das Leben heller strahlender in dir.
Was du dort findest?
Die Seele.
Denn deine Seele wird langsam geboren.
Sie wächst mit dir.

 

Sabine Krump

Der liebe Gott ruht in Fels und Stein,
er lacht durch die Blumen und Pflanzen,
er spricht durch die Tiere,
träumt in den warmen Sonnenstrahlen,
und erwacht in den Wellen des Wassers.
In den liebenden Herzen der Menschen offenbart er sich.

 

Sabine Krump

 

"Die Natur ist sich ihr eigener Gärtner und die Tiere passen sich der Natur an. Der Mensch hingegen muss gegen seine Natur kämpfen, damit uns die Natur erhalten bleibt. Wohl denn, wie kann der Mensch sich Gärtner der Natur nennen?"

 

 

Sabine Krump

Göttlichkeit, heißt nicht herrschen,
es bedeutet Liebe, Verständnis, Mitgefühl für alle Geschöpfe.

 

Sabine Krump

"An Altem und längst Vergangenem starr festhalten, das ist als ob Du in Captain Ahab`s Spuren wandelst und verzweifelt hinter
Moby Dick her jagst. Lass los!
Und liebe die Veränderung!"

  Sabine Krump

Wenn dich die Lüfte der Winde an einen Ort getragen haben, der dir nicht behagt, so entfalte deine Flügel und lass dich von den zarten Turbulenzen des Himmelsatems in neue Höhen tragen.

 

Sabine Krump