Regentropfen sind die Freudentränen des Himmels

 

Hoch oben am blauen Weltendach da scheint die warme Sonne nur für dich - deinetwegen.

 

Und wenn sie sich schlafen legt, dann wacht der Mond über dem kosmischen Erdengewölbe inmitten von tausend und abertausend Funkelsterne nur für dich - deinetwegen.

 

Verspielt lässt der wirbelnde Wind die Wolken wie ein verträumtes Liebespaar über dem Himmelszelt tanzen, das tut er nur für dich - deinetwegen.

 

Hör nur das Flüstern der Wälder, es ist die Seele der Welt.
Berausche dich an dem Duft des Blütenmeeres und wiege dich sanft zu den Liedern der Vogelsänger.
Es ist für dich - deinetwegen.

 

Der Himmel schenkt dir seine Tränen nicht weil er dich ärgern will, sondern weil er dir damit sagen will, dass er die Bäume und Blumen tränkt, damit du dich an deren Früchte nähren und an ihren Blüten erfreuen kannst - DEINETWEGEN!"

 

lichst
Eure Sabine, Die Knopfmacherin
Poesie im Kunsthandwerk

"Ich werde dich ewig lieben. Der Tod ist nicht das Ende." sagte die Raupe zu der Blume.
Sabine Krump

 

VERWANDLUNG
Werden lassen ~ sich finden und seiner Göttlichkeit bewusst werden!

 

Eine Raupe denkt weder an das was gestern geschehen ist, noch an das unentdeckte morgen. Sie lebt den Augenblick, frisst sich zufrieden durch den Tag. So lebt sie in ihrem absoluten Dasein, bis sie sich eines Tages in einem Kokon einspinnt.
Wenn sie erwacht, neu geboren wird als ein ein wunderschöner Schmetterling, entfaltet sie ihre Flügel zum ersten Mal. Sie atmet zum ersten Mal in ihrem neuen Sein und begrüßt zum ersten Mal den neuen Tag.
Das gestern ist entschwunden, sie legt die Vergangenheit ab.
Der Schmetterling wird die Raupen kaum verachten. Ja, sie kümmern ihn gar nicht mehr.
Sie sind ihm einfach egal.

Wenn man auf sein Leben zurückschaut, dann wird wird es Momente geben, indem man sein Verhalten aus der heutigen Sicht kaum mehr verstehen kann. Vielleicht ist einem die eine oder andere Situation sogar peinlich und man senkt verstohlen die Augen, wenn man daran denkt. Oder aber auch die Gefühle peitschen einen innerlich enorm auf und man sagt sich, ich hätte es anders machen sollen.
Was geschehen ist, ist geschehen. Und zu dieser Zeit war es die beste Entscheidung, die man meinte zu fällen. Und es war gut.
Lass das Vergangene liebevoll los!
Es ist ein Raupenstadium gewesen und hat zur Leichtigkeit dieser Zeit geführt.

Der Schmetterling erinnert uns, dass uns Flügel wachsen. Eintauchen können in eine neue unentdeckte Welt. Mit duftiger Leichtigkeit dürfen wir und zum Licht emporschwingen und unsere eigenen Farben und unsere bezaubernde Eleganz erstrahlen lassen.
Verkosten wir den süßen Nektar des Lebens und nehmen das Geschenk der Verwandlung großzügig an.

Transformation ~
von der Raupe zum Schmetterling.

 

„Wie wunderschön du bist. Liebe ist die Erinnerung des Herzens.“ flüsterte der Schmetterling und küsste die Blume.

 

lichst
Sabine, Die Knopfmacherin
Poesie im Kunsthandwerk

 

Kontakt:
zwirnknoepfe.jimdo.com

Fotografen der einzelnen Bilder:
Schmetterling von Johann Kernegger
Raupe auf Farn von Johann Marksteiner
Portraitbild: Richard Schramm
Danke!

Die Geschichte vom glücklichen Apfelbaum
Eine berührende Geschichte vom Leben und vom Lieben

 

Es war einmal ein Baum, doch es war kein gewöhnlicher Baum. Es war ein besonderer Apfelbaum.
Dieser Baum liebte einen kleinen Buben.


Jeden schönen Morgens besuchte der kleine Bub den Apfelbaum.
Der Baum schenkte ihm seine grünen Blätter, der Bub fing diese geschickt auf, machte sich daraus eine herrliche Krone und spielte König des Grünen Waldes.

Der Bub kletterte den dicken Stamm hinauf, schaukelte an seinen starken Ästen und aß von seinen roten saftig süßen Äpfeln.
Ja, die beiden spielten sogar Verstecken miteinander.

War der Bub müde, so lehnte er sich an den dicken Stamm und schlief im wohltuenden Schatten des Apfelbaumes sanft ein.

Der Junge liebte den Baum.
Und der Apfelbaum war sehr glücklich.

 

Doch die Zeit verging.
Der Bub wurde älter. Und er kam nun nicht mehr allein zu dem Apfelbaum.
Mit einem Messer kerbte der Bub ein Herz in die dicke Rinde des Baumes.

Der Baum war oft einsam.

 

Eines Tages kam der Junge wieder zu dem Apfelbaum und der Baum sagte: „Komm, mein lieber Junge, klettere hinauf und schaukle an meinen Ästen, iss von meinen Äpfeln, schlafe in meinem Schatten und sei glücklich, wie du es einst gewesen bist.“
„ Ich bin zu groß zum Klettern und Spielen“, sagte der Junge. „ Zum Schlafen habe ich keine Zeit. Ich will mir schöne Sachen kaufen und viel Spaß haben. Dazu brauche ich aber Geld. Kannst du mir welches geben?“
„Tut mir leid,“, sagte der Baum, „ ich habe kein Geld. Ich nur Blätter und Äpfel. Nimm meine Äpfel mein lieber Junge und verkaufe sie. Dann wirst du Geld haben und glücklich sein.“
So schüttelte der Junge den Apfelbaum, erntete die roten saftig süßen Äpfel und nahm sie mit.
Und der Baum war glücklich.

 

Aber nun blieb der Junge lange lange fort und der Apfelbaum war sehr traurig.
Eines Tages jedoch kam der Bub zurück und der Baum bebte vor Freude und rief:“Komm, mein lieber Junge, klettere hinauf und schaukle an meinen Zweigen, iss von meinen Äpfeln, schlafe in meinem Schatten und sei glücklich, wie du es einst gewesen bist.“
„ Ich habe keine Zeit und Muse zum Bäumeklettern“, sagte der Junge.
„ Ich will ein Haus“, sagte er. “Ich will eine Frau und ich will Kinder haben und dafür brauche ich eben ein großes Haus. Kannst du mir ein Haus geben?“

„ Ich habe kein Haus“, sagte der Apfelbaum. „Der Garten ist mein Haus. Aber du kannst gerne meine Äste absägen und dir daraus ein Haus bauen. Dann wirst du glücklich sein.“
So sägte der Junge alle Zweige ab, nahm sie mit und baute sich ein Haus.
Und der Baum war glücklich.

 

Aber wieder blieb der Bub lange Zeit fort. Als er endlich zurück kam, war der Apfelbaum so glücklich, dass er vor Freude kaum sprechen konnte:“ Komm, mein lieber Junge, klettere hinauf und schaukle an meinen Zweigen, iss von meinen Äpfeln, schlafe in meinem Schatten und sei glücklich, wie du es einst gewesen bist. Komm und spiele!“
„Ich bin zu alt und zu traurig zum Spielen“ sagte der Bub.
„ Ich will ein Boot, das mich weit weit von hier wegbringen soll. Kannst du mir ein Boot geben?“

„Nimm meinen Stamm und bau dir ein Boot daraus“, sagte der Baum, dann kannst du fortsegeln und glücklich sein.“
So fällte der Junge mit einer Axt den Stamm, baute sich ein Boot und segelte davon.
Und so war der Apfelbaum glücklich, aber… nicht wirklich.

 

Nach langer langer Zeit kam der Bub zurück.
„Es tut mir leid, mein lieber Junge“, sagte der Apfelbaum, „aber ich habe nichts mehr was ich dir geben könnte. Ich habe keine Äpfel mehr...“
„Meine Zähne sind zu schwach, um deine roten saftig süßen Äpfel zu kauen“, sagte der Bub.
„ Ich habe auch keine Äste mehr“, sagte der Baum, „ du kannst nicht mehr schaukeln.“
„Meine Arme haben keine Kraft mehr, um an deinen Zweigen zu schaukeln“, sagte der Junge.
„Ich habe keinen Stamm mehr“, sagte der Baum, „ du kannst nicht mehr hinaufklettern.“
„ Ich bin zu alt und zu müde zum Klettern“, sagte der Bub.

„Tut mir leid“, sagte der Baum, „ ich wünschte, ich könnte dir etwas geben, aber ich bin nur mehr ein alter Stumpf. Es tut mir wirklich Leid.“
„Ich brauche nicht mehr viel“, sagte der Junge,“ nur einen stillen Platz, wo ich mich hinsetzen und ausruhen kann. Ich bin sehr sehr müde.“
„Nun“, sagte der Apfelbaum und richtete sich auf, so weit er nur konnte,“ ein alter Stumpf ist genau richtig, um sich hinzusetzen und um auszuruhen. Komm mein lieber Junge, setz dich.
Setz dich und ruh dich aus!“

Das tat der Junge.
Und der Apfelbaum war sehr sehr glücklich.

 

(mit eigenen Worten wieder gegeben nach einer Erzählung von Shel SilverStein)
Eure Sabine, Die Knopfmacherin
Poesie im Kunsthandwerk

 

Impressionsbilder aus meinem limitierten Buch im Eigenverlag " Zauber der Zwirnknöpfe" https://zwirnknoepfe.jimdo.com/zauber-der-zwirnkn%C3%B6pfe…/
Fotograf des Portraitbildes: Johann Marksteiner
Visagistin: Timea Lausecker

Drachen gehören in eine Fantasiewelt und ohne diese wunderbaren beflügelten Wesen würde etwas in einem Märchen fehlen. So hört nun gut hin, welch wundersame Geschichte ich Euch zu erzählen habe. Es ist eines meiner ersten Märchen, die ich geschrieben habe. 2017 durfte ich "Dragana" in der Radiosendung Freies Radio Freistadt in der 70. Jubiläumssendung "Vis a vis" von dem bekannten Moderator Harald Brachner zum ersten Mal öffentlich lesen. Danke

 

Dragana

 

Es war einmal, vor langer Zeit in einem fernen Land.
Da gab es ein kleines Dorf.
Doch es war kein gewöhnliches, kleines Dorf.
Nachts, wenn der Mond sein strahlendes Licht
vom hellen Sternenhimmelszelt auf die dunkle Erde niederwarf,
begann ein wundersamer Zauber.

Die Rahmenfenster der Häuser, aus denen buntes Licht leuchtete,
erschienen wie runde Knöpfe mit filigransten Mustern.
Knopfhäuserschatten malten die Straßen und Wege zwischen
den Häusern rund und melodisch an.
Ja, selbst die steinernen Rauchfänge auf den Dächern des kleinen Dorfes,
verwandelten sich des Nachts in hohe Knopfbergtürme.
Fahrräder, Straßenlaternen, Kutschen, selbst Kinderwägen verwandelten sich in knopfige Träume.

Nun trug es sich aber seit geraumer Zeit zu, dass den Leuten die Knöpfe von den Kleidern fehlten.
Anfangs dachte sich niemand sonderlich etwas dabei, doch das plötzliche Knopfverschwinden wurde alltäglich mehr und mehr.
Abends zogen die Menschen ihre Stiefel und Schuhe aus und stellten sie in ein eigenes Kästchen.
Sie hängten ihre Jacken und Mäntel an die Kleiderhaken oder gaben diese in ein Schränkchen.
Mit Bedacht schlüpften sie aus ihren Kleidern, Hemden, Blusen und Röcken.
Falteten sie ordentlich zusammen und legten sie auf Stühlen und Bänken ab. Anschließend begaben sie sich zu Bett und schliefen sanft ein. Wohlige Träume deckten sie zu.
Doch des Morgens fanden sie ihre Kleider zerstreut und zerrauft am Boden liegend und beim Versuch diese anzuziehen, gewahrten sie, dass ihnen die Knöpfe fehlten.
Der Knopfmacher hatte viel zu tun in seiner kleinen Werkstätte.

So konnte das nicht weiter gehen.
Die Leute schimpften und behaupteten, dass dies das gemeine Spiel des bösen Drachen war, der in der dunklen Höhle im tiefen Wald hauste und ihnen die Knöpfe stahl.
„Der Prinz muss etwas gegen ihn unternehmen!“ murrten sie aufgebracht.
„Der Drache muss vertrieben werden.“

Ein kleines Mädchen und ein kleiner Junge hörten die Leute reden und waren sehr neugierig geworden. „Ein Drache?
Hier bei uns!“
Emily und Jeremy machten sich noch am selben Tag auf die Suche nach dem großen bösen Drachen, der den Menschen die Knöpfe stahl und solchen Schrecken einjagte.
Ihr kleines Kätzchen Gloria sprang ihnen neugierig hinterher und zu Dritt machten sie sich auf den Weg zur Drachenhöhle, die im tiefen dunklen Wald verborgen sein sollte.
Wie wunderten sich die Kinder, als sie inmitten einer Lichtung im
Wald, die übersät war von süßen purpurroten Walderdbeeren,
eine große Höhle entdeckten.

Das Herz schlug den Beiden bis zum Halse. Vorsichtig und ganz leise schlichen sie mutig in die Höhle. Es war mucksmäuschenstill als sie eintraten. Sogar das Schnurren des kleinen Kätzchens verstummte und es versteckte sich zwischen den Beinen von Emily.
In der Dunkelheit konnten die Kinder den Schatten des großen Drachens erblicken.
Plötzlich bewegte sich der Drache und seine Schuppen begannen golden zu funkeln. Ja, es schien sogar, als würde er freudig tänzeln. Er breitete seine Flügel aus, hob den Kopf, wedelte mit dem Schwanz und drehte den Kopf zu den beiden Kindern.

„Hallo!“, sagte eine anmutige Stimme.
„Ich bin Dragana. Und ich freue mich, dass ihr mich besuchen kommt. Ich habe euch bereits erwartet. Es ist schön, dass ihr den Weg zu mir nun gefunden habt.“
Emily und Jeremy waren erstaunt. Doch was die Kinder nicht wussten war, dass Drachen Gedankenlesen können.
„Ich habe die Knöpfe nicht genommen, weil ich sie nicht mochte, sondern weil ich sie liebte.“

Prinz Heinrich der XXIII. von Knopfstett, erfuhr in seinem Schloss von den Menschen des Dorfes über das fürchterliche Treiben des bösen Drachen.
Dieser soll ihnen des Nachts mit heimtückischer List und boshaftem Argwohn, die Knöpfe von den Kleidern rauben. Eine Spur der Verwüstung ziehe er hinter sich her und er mache alles kaputt. Kleine Kinder hätte er entführt und auch schon gefressen. Auch die Katze des Nachbarn. Der Schaden wäre enorm.
Der junge Prinz wiegte den Kopf und hörte sich geduldig die Aussagen der aufgebrachten Leute an.
Was die Bürger jedoch nicht wussten war, dass der Prinz, als er noch ein Knabe war, den sehnlichsten Wunsch hatte, einem echten Drachen zu begegnen. Sollte sich sein lang gehegter Wunsch nun doch noch erfüllen?

Er besänftigte seine Mitbürger und versprach sich um die Angelegenheit persönlich zu kümmern und den Drachen aufzuspüren.
Sofort ließ Prinz Heinrich seinen treuen Hengst Alvitur satteln und machte sich auf den Weg in den Wald.
Dort begegnete er den beiden Kindern, die ihm von ihrem Abenteuer und von dem liebenswerten goldenen Drachenmädchen Dragana erzählten, die Knöpfe über alles liebte.

Der junge Prinz beauftragte den Knopfmacher in dem kleinen Dorf, einen besonderen Knopf für das Drachenmädchen Dragana zu fertigen.
Sofort machte sich der Knopfmacher auf zum Dorfschmied und dieser bog ihm einen eigens großen Ring aus purem Gold für den gewünschten Drachenknopf.
Schafe wurden geschoren und die fleißigen Spinnerinnen des Dorfes sponnen flink die Wolle und ließen die Spinnräder schnurren. In Windeseile brachten sie dem Knopfmacher und seiner Frau das feine Garn. Dieser begann sogleich, mit seinen geschickten Fingern den Faden auf den Ring zu schlagen und den Knopf für den Prinzen zu nähen.
Der Goldschmied schliff kostbare Edelsteine, welche der Knopfmacher in das zauberhafte Knopf-muster hinein knüpfte.

Einladungen wurden verschickt, denn der junge Prinz lud das gesamte Volk zu einem großen Feste auf sein wunderbares Schloss ein. Fanfaren ertönten und das schmackhafteste und feinste Essen wurde den Menschen serviert. Allesamt fanden sie Platz auf der reich gedeckten großen Tafel.

Die beiden Kinder Emily und Jeremy durften auf dem Rücken von Dragana Platz nehmen und so flogen sie zu dem königlichen Schloss. Auf einem richtigen Drachen zu fliegen, das machte wirklich Spaß.

Es war ein prächtiger Empfang, der den Dreien bereitet wurde. Alle waren sehr gespannt, als Prinz Heinrich mit seinembesonderen Geschenk zu Dragana trat und dem liebenswerten Drachenmädchen den funkelnden Knopf überreichte.
Dragana war so aufgeregt und glücklich, dass ihr goldenes Schuppenkleid glänzte und Perlentränen aus ihren Drachenaugen kullerten.
Wie sehnte sie sich einst nach so viel Glück und nun ward es ihr beschieden.

Unter dem Jubel der Bevölkerung erstrahlter der Nachthimmel in einem prachtvollen Feuerwerk,
sodass selbst der Mond schmunzelte.

Und wenn du einen Knopf am findest, so lass ihn liegen. Er ist sicher ein Geschenk für Dragana.

Sabine Krump, Die Knopfmacherin
Poesie im Kunsthandwerk

Info: Märchen und Mehr erliest Du in meinem Buch " Zauber der Zwirnknöpfe". Eine Ausgabe der limitierten Druckauflage kannst Du gerne bei mir unter folgender Kontaktadresse bestellen. Ich freue mich!
Veröffentlicht in meinem Buch " Zauber der Zwirnknöpfe"
https://zwirnknoepfe.jimdo.com/zauber-der-zwirnkn%C3%B6pfe…/

Foto: Johann Marksteiner
Visagistin: Timea Lausecker
Scherenschnitt der Geschichte Dragana von Loïs Cordelia

Andreas Haider wies mich auf diese griabige Geschichte aus dem schönen Tiroler Landl hin und diese erzähle ich Euch nun sehr gerne:


Der Weerberger

              Zwidder-Wichtel

 

Auf einem Gehöft bei Weerberg, da hauste einmal ein "zwidderer" Wichtel. Er hat zwar den Leuten nix getan und er war auch nicht wirklich bös, aber er trieb allerlei Schappernack. Der kleine Unhold foppte und neckte die Menschen, wo er nur konnte.
Schließlich wurde das kleine Männlein so frech, dass die Bauern beschlossen, auf einen anderen Hof zu ziehen.
Aber das half nichts.

"Jetzt muss i halt a wandern", seufzte der Wichtel ergeben und schwupps di wupps, ehe es sich die Hausleut versahen, saß der lästige Knirps schon auf dem Wagen.

 

Da gingen die Bäuerin und der Bauer zum alten Pfarrer im Dorf und klagten ihm ihr Leid: " Es ist nicht mehr zum Aushalten mit dem Zwidder-Wichtel. Er ist so frech und macht so viel Ärger, dass wir ihn einfach los werden wollen. Wenn wir bloß wüssten wie wir das anstellen könnten!"

 

Der Herr Pfarrer kratzte sich hinter dem Ohr und überlegte. Er blätterte in allerlei Bücher und gab den verzweifelten Bauersleuten dann folgenden seltsamen Rat:" Lass dem Wichtel ein Röckerl machen und schick ihn dann fort."

Gesagt. Getan. Hurtig machten sich die beiden auf den Heimweg. Die Bäuerin ließ als gleich alle Arbeit stehen und liegen und begann das kleine Röcklein für das Männlein zu schneidern. Ganz eifrig schnitt sie aus Stoffresten das Jäcklein zu und die Nadel nähte wie von selbst. Ja, so flink ging es ihr von der Hand. Aber in ihrer Ungeduld vergaß die gute Bäuerin auf die Knöpfe. Wie hüpfte der Wichtel hämisch lachend auf dem Stubentisch herum, als er das Geschenk sah. Dabei kreischte er mit hoher schriller Stimme:
" A Röckl ohne Knöpfl - wia scheen! Do muas i nu ned gehn!"

 

Ach herjegerlee. Denn Schabbernack und Unfug, welchen er nun trieb, ließ die Bauersleut und das Gesinde die Haare zu Berge stehen. Da lief der Bauer abermals verzweifelt zum alten Dorfpfarrer und bat ihn um Hilfe.
" Auch wenn die Jacke klein ist, darf ihr natürlich nichts fehlen", meinte der Weerer Pfarrer. " Und wenn euch der Wichtel fragt, ob er noch dableiben kann, dürft ihr es ihm ja nicht erlauben!"

 

Sofort nähte die Bäuerin gleich zwei Knopflöcher und zwei schöne Knöpfe ins Röckerl. Obendrein brachte sie noch ein kleines Täschchen an und gab ein winziges Schnupftüchlein hinein. Wirklich süß sah das kleine Jäcklein nun aus. Geradezu wie für einen Wichtelmann gemacht.

Als der Zwidder-Wichtel das fertige G`wandl auf dem Tisch liegen sah, fing er erst zu weinen an und schrie dann ganz erbost:" Ja, darf i jetzt gar nimmer mehr dableiben?"

Da riefen Bauer und Bäuerin und das gesamte Hofgesinde wie aus einem Munde:"Naaa, naaaa, naaa. Mei, wia wa des scheen, tats du endlich gehn!"

Da schlüpfte das Hauswichtel in das neue Röckchen, zog das Schneuztüchlein aus der Brusttaschen und rannte heulend zur Türe hinaus. Seither wurde der kleine Zwidderling am Weerberg nie mehr gesehen.

 

Ich hoffe, die Geschichte hat euch gefallen und wenn ihr einen kleinen frechen Hausgeist beherbergt, so ist der Tipp des Weerberger Pfarrers doch einen Versuch wert

lichst
Eure Sabine, Die Knopfmacherin
Poesie im Kunsthandwerk
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Märchen sind etwas Wunderbares. 


Sie  verzaubern uns.
Hoffnung, Zuversicht, Mut, Urvertrauen, Selbstvertrauen, Kraft, Stärke und Güte finden sich in den wundersamen Geschichten wieder.

Als man Albert Einstein die Frage stellte, wie kleine Genies hervorgebracht werden könnten, so antwortete er: ”Wenn du intelligente Kinder willst, lies ihnen Märchen vor. Wenn du noch intelligentere Kinder willst, lies ihnen noch mehr Märchen vor”.


Es  gewinnt das Gute über das Böse in den Märchen. Die guten, gerechten und edlen Figuren beweisen ihren Mut und ihre Tapferkeit. Sie triumphieren  über die Unfairen und die Boshaftigkeit. Die Werte, welche wir aus den Geschichten heraus lesen, wir heraus kristallisieren und als Eltern unseren Kindern weitergeben möchten, werden in den Märchen mitgeteilt. Diese  können aktiv von den Kindern aufgenommen und verarbeitet werden. Es entstehen innere Bilder von den Gefühlen und von der Tatkraft, der Ausdauer und dem Mut der Helden.

Hat nicht jeder sein eigenes und ganz persönliches Lieblingsmärchen, das er gerne weiter erzählt? Hat nicht ein bestimmtes Märchen uns Träume, Hoffnung und Glück geschenkt?

Wer wollte nicht ein Einhorn streicheln oder sich von den süßen Bäumen des Schlaraffenlandes bedienen?Die schöne Prinzessin retten und in dem dicken Zauberbuch mit magischen Zaubersprüchen seine Wünsche erfüllen?

Märchen sind nicht nur aus diesem Grunde sehr  wichtig. Sie vermitteln Zuversicht und eine große Portion Weisheit. Mögen wir uns Märchen und das Spiel aus unserer Kindheit im Herzen bewahren und es im Alter aufleben lassen und uns daran erfreuen.


Taucht nun mit Neugier und Freude  in meine bunte Knopfwelt ein und lasst Euch verzaubern mit  Märchen und Geschichten, welche ich liebevoll mit meinen eigenen Worten nacherzähle.
Es war einmal …

Die Geschichte vom Teufel und der Näherin
Es war vor vielen vielen Jahren, da lebte eine Näherin, die war so fleißig, flink und geschickt, dass man keine bessere Finden konnte. Soweit der Himmel blau ist, die Erde grün und die Sterne golden am Firmament schimmern, niemand im ganzen Lande konnte ihr das Wasser in ihrem Handwerk reichen. Wie bescheiden sie sich auch sonst gebärdete, war sie ihres Könnens doch gar wohl bewusst. Eines Tages sagte sie einmal, mehr im Scherz als im Ernst: "Ich getraue mich auch mit dem Teufel um die Wette zu nähen."
Das war ein gewaltig keckes Wort! Ehe die Näherin noch Zeit fand, es zu bereuen, geschah das Unglaubliche; denn der Satan hat sehr feine Ohren, pfeilschnelle Beine und bedrängt die Menschen gern. Ehe sie es sich versah, da sprang die Haustür sperrangelweit auf, und mit höllischem Gekicher und mark durchdringendem Kettengerassel stand der leibhaftige Teufel selbst vor der Näherin.
 
Zitternd und bebend vor Angst vernahm sie seine zürnenden Worte: "Du hast mich gerufen Schneiderin, die Wette gilt. Du nähst ein Hemd, ich nähe ein gleiches. Weh dir, wenn meines früher fertig ist; dann gehört Deine Seele mir und du fährst augenblicks mit mir zur Hölle!" Das war wohl eine arge Wette, bei der die arme Näherin nichts gewinnen, sondern mehr alles verlieren konnte. Hing sie doch mit Freuden am Leben. Doch es half nichts, sie musste nun aber mit dem gefährlichen Feinde um die Wette nähen.
 
Im gleichen Augenblicke fingen beide mit ihrer Arbeit an. Der Näherin wurde Angst und Bange, als sie merkte, dass der Teufel beim Ausmessen und Zuschneiden genauso schnell war wie sie. Als dann ging das Nähen an. Da der Beelzebub einen Vorsprung gewinnen wollte; fädelte er gleich einen meilenlangen Faden ein und rechnete dabei auf seine klafter langen Arme. Aber o weh! Bei jedem Stich musste er anfangs siebenmal um Haus und Hof herumlaufen und überdies die ersten sieben Male umsonst, weil er in der Eile vergessen hatte, am Ende des Fadens einen Knoten anzubringen.
 
Die Näherin jedoch arbeitete, wie sie es gewohnt war. Nur womöglich noch aufmerksamer wie ansonsten. Sie war genauer und setzte sauber und haargenau jeden einzelnen Stich. Kurze Fäden nahm sie, wie sie es gelernt hatte. Vergaß die Knoten nicht zu knüpfen und setzte Stich an Stich ordentlich Naht an Naht. Das Hemd wuchs ihr förmlich aus den Händen und es ward eine Freude ihr dabei zu zusehen.
 
Als es fix und fertig war, warf sie es dem Teufel, der eben mit einem endlos langen Faden daher gerannt kam, sogleich über den Kopf. Feuerrot vor Zorn und Scham versank der besiegte Höllenfürst auf der Stelle in die Erde. Seit dieser Zeit an, lässt er sich nimmermehr dort erblicken, wo fleißige Menschen ihrer ehrlichen Arbeit nachgehen. Die Näherin aber nahm fortan ihre Zunge wohl in acht.
 
Heute noch sagte man, wenn einer vor Habgier und Gewinnsucht die Arbeit ungeschickt anging und überhastete: Er macht es wie der Teufel, der mit jedem Stich siebenmal um Haus und Hof herum rennt.
mit herzlichen verknopfenden Grüßen
Eure Sabine, Die Knopfmacherin
 
Quelle: Gelesen in „ Die schönsten Märchen aus Österreich“, Volksgut; und mit eigenen Worten nacherzählt von Sabine Krump , Die Knopfmacherin

Ich mag und trage Leinen sehr gern. Die handgearbeiten Zwirnknöpfe, welche ihr auf dem Bild sehen könnt, sind mit Leinengarn gearbeitet. Hierzu habe ich folgende Geschichte für Euch;


Die Leiden des Flachses
Eine fleißige Magd hatte im nahen Badehäuschen die Flachsgarben zum Trocknen und Brechen auf die Trockengestelle gepackt. Sie hat tüchtig eingeheizt und unterhält nun das lodernde Feuer und wärmt sich. Es ist dunkle Nacht. Plötzlich hört sie es draußen rascheln, und jemand tritt behutsam an das kleine Häuschen: »Mädchen, Mädchen, lass mich hinein!«, flüstert eine unheimliche Stimme.
Da - husch-husch - saust der ganze Flachs plötzlich los und schüttet die hölzerne Tür zu. Und der da draußen ruft nur immerzu: »Mädchen, Mädchen, versprich mir deine Seele!«
Doch der Flachs antwortet ihm: »Oho! So leicht willst du zu einer Seele kommen? Pass nur auf! So leicht geht das nicht. Warte mal, wir wollen dir die Leiden unseres Lebens erzählen, und erst dann wird sie dir ihre Seele übergeben!
Meinst du vielleicht, dass uns wohl dabei gewesen ist, als der Mensch uns ergriff, fort trug, uns auf den kargen Feldern auswarf und jedes Korn auf der harten Erde einzeln zu liegen kam! War es vielleicht angenehm, den Wind und den Regen zu erdulden?
Danach sind wir ausgekeimt, wir erkämpften uns unter großer Beschwernis den Weg an die Oberfläche, wuchsen empor. Und wieder peitschte uns der kalte Wind und durchnässte uns der klamme Regen - war es etwa eine Lust, dies alles zu erdulden?
Kaum zeigten wir unsere zarten blauen Blüten, nahte unser unausweichlicher Tod. Gerauft und gerupft wurden wir, nachdem wir uns braun verfärbten. Ist es vielleicht angenehm, dieses grobe Gezerre zu erdulden?
Als wir unter enormer Anstrengung hoch gewachsen waren, da packte uns der Mensch grob am Leibe, riss uns samt unseren Wurzeln aus dem Mutterboden heraus, band uns ganz fest in Garben zusammen. War es etwa angenehm, dies alles zu erdulden?
Dann dörrte er uns und fing an gnadenlos uns mit allerlei Holzstücken und Dreschflegeln zu dreschen. War es vielleicht eine Freude, dies alles zu erdulden?
Dann nahm er uns, fuhr uns hinaus auf die Felder und breitete uns da auf dem Boden aus. Und es regnete bei Tag und bei Nacht, und es fror. War es vielleicht angenehm, schwarz, morb und stinkend zu werden und dies alles zu erdulden?
Dann harkte er uns zusammen, wieder band er uns und presste uns zu Garben zusammen. War es vielleicht zum Jubeln, dies alles zu erdulden?
Dann nahm er uns wieder, packte uns in das heiße Badehäuschen und trocknete uns. Im qualmenden erstickenden Rauch des Badehäuschens wurden wir geräuchert. War es vielleicht eine Lust, dies alles zu erdulden?
Dann legte er uns in die Flachsbreche, unbarmherzig zerdrückte und zerbrach er uns unentwegt. Unsere Knochen krachten nur immer so! War es etwa eine Freude, dies alles zu erdulden?
Dann fing er an, uns mit den Flachsschwingen zu bearbeiten und unerbitterlich zu schlagen. Immer und immer wieder schlug er pausenlos auf uns ein. War es wohl eine Annehmlichkeit, dies alles zu erdulden?
Dann begann er uns durch hölzerne und eiserne Harken zu ziehen, uns zu kämmen, zu hecheln. War es wohl leicht, dies alles zu erdulden?
Dann zerriss er uns zu Büscheln und band uns an eine Spindel, dann wieder drehte und spulte er ein Büschel nach dem anderen. War es vielleicht eine Freude, dies alles zu erdulden?
Dann nahm er uns, spannte uns, scherte uns an der Wand auf. Dann legte er uns, faltete uns zusammen. War es etwa eine Lust, dies alles zu erdulden?
Dann wickelte er uns auf eine Webwalze auf dem Webstuhl, ganz aufgewickelt hat er uns. Dann schlug er auf uns ein, er webte, mit den scharfkantigen Einschlaghölzern hat er uns eingeschlagen. War es wohl angenehm, dies alles zu erdulden?
Dann, als er uns zu Stoff verwebt hatte, übergoss er uns mit heißer Aschenlauge und brühte uns. War es vielleicht eine Lust, dies alles zu erdulden?
Dann trug er uns in das trübe Sumpfwasser, hat uns darin eingeweicht. Wie hat er uns dann mit den harten Klopfhölzern herzlos geschlagen! War es wohl lieblich, dies alles zu erdulden?
Dann breitete er uns auf einer Wiese aus, trocknete uns in der heißen Sonne und legte uns wieder zusammen. War es vielleicht eine Freude, dies alles zu erdulden?
Dann nahm er uns wieder, rollte uns zu einer Rolle zusammen, und wieder die beklagenswerte Pein: Er nähte uns mit einer spitzen Nadel fest zusammen. War es wohl angenehm, dies alles zu erdulden?
Dann nimmt er uns wieder, rollt uns auseinander, zerschneidet uns, zerstückelt uns, legt uns auf seinen Leib, zieht und zerrt uns überall auseinander. War es etwa eine Lust, dies alles zu erdulden?
Und dann wiederum trägt der Mensch uns, bis wir ganz zerreißen, fadenscheinig und durchsichtig werden - dann bleibt überhaupt nichts mehr von uns übrig. War es am Ende leicht, dies alles zu erdulden?«
So jammert und klagt der Flachs von seinem Leid und
Da - der Hahn: »Kikeriki!«
Und der Teufel: »Dass dich doch geradewegs die Erde mit deiner Seele und deinem Flachs verschlingen möchte!« - und lief davon.

Quelle: Gefunden bei Hekaya. Nacherzählt nach einem Märchen aus Litauen.
Kontakt: https://zwirnknoepfe.jimdo.com/geschichten-und-m%C3%A4rchen/

Es war einmal,
so beginnen viele wunderbare Geschichten und eine solche möchte ich Euch heute gerne schenken.
Es ist die Geschichte von


Der Spindel, dem Weberschiffchen und der Nadel

Der liebe Gott schenkt uns viel Gutes und weist uns immer den rechten Weg. So begegnete er auch einem kleinen Mädchen, dessen Vater und Mutter im letzten strengen Winter gestorben waren. Die Taufpatin des kleinen Mädchens kümmerte sich fürsorglich um sie und nahm das unglückliche Kinde in ihr Häuschen auf. So liebevoll, wie die Weberin nur konnte schenkte sie dem unglücklichen Mäderl ihr Herz und gab ihm ein geborgenes Zuhause. Sie lehrte dem jungen Mädchen den Umgang mit dem Weberstuhl und die Kleine war sehr geschickt darin, dass Weberschiffchen durch Kette und Schuss flitzen zu lassen.

Die Jahre vergingen und die alte Patin erkrankte eines Tages. Keine Medizin konnte ihr helfen. Als sie spürte das Väterchen Tod die Türschwelle betritt, rief sie sorgenvoll das junge Mädchen zu sich.

" Hör gut zu mein kleiner Engel.", flüsterte sie am Sterbebett und hielt dabei die Hand ihrer Patentochter. "Der liebe Gott braucht nun eine geschickte Weberin, welche ihm Leinen für seine Englein webt. Er hat mich auserkoren und ich werde bald von dir gehen. In den letzten Jahren habe ich dir all meine Künste auf dem Webstuhl und auf dem Spinnrad beigebracht. Du bist eine wahre Meisterin geworden und kannst wohl dein täglich Brot damit verdienen. Ich hinterlasse dir mein Spinnrad, meinen Webstuhl, das Schiffchen, die Spindel und die Nadel. In dem Häuschen sollst du lange und glücklich leben. Ich liebe dich mein Kinde aus ganzem Herzen! Behalt nur Gott in deinem Herzen, so wird es dir immer gut gehen." Sie segnete das traurige Mädchen und schloss mit einem Lächeln die Augen.

Als die gute Frau zur Erde bestattet wurde, ging das Mädchen bitterlich weinend hinter dem Sarg und erwies ihr die letzte Ehre.

Das hübsche Mädchen lebte nun in dem kleinen Haus ganz allein. Sie war tagein und tagaus stets sehr fleißig. Spann, webte und nähte mit Freude und auf allem, was es tat, ruhte der Segen der guten Alten. Es war, als ob sich der Flachs in der Kammer von selbst mehrte, und wenn sie ein Stück Tuch oder einen Teppich gewebt oder ein Hemd mit schönen weißen Zwirnknöpfen genäht hatte, so fand sich gleich ein Käufer, der es reichlich bezahlte, so dass sie keine Not empfand und andern noch etwas mitteilen konnte.

In dieser Zeit zog der Königssohn des Landes umher, um sich eine Braut zu suchen.
Eine Arme sollte er nicht wählen, trug ihm sein Vater der König auf und eine Reiche wollte er nicht. Da sprach er: "Die soll meine Frau werden, die zugleich die Ärmste und die Reichste ist." Als er eines Tages in das Dorf kam, wo das Mädchen lebte, fragte er, wie er überall tat, wer in dem Ort die Reichste und die Ärmste wäre.
Die Leute des Dorfes nannten dem jungen Prinzen die Reichste zuerst: die Ärmste, sagten sie, wäre das Mädchen, das in dem kleinen Haus ganz am Ende wohnte.

Der Prinz stieg auf sein Pferd und ritt zu der Reichsten, wie ihm die Leute geheißen. Die Reiche saß vor der Haustür in vollem Putz, und als der Königssohn sich näherte, stand sie auf, ging ihm stolz entgegen und neigte sich vor ihm. Er sah sie an, sprach kein Wort und ritt weiter. Als er zu dem Haus der Armen kam, stand das Mädchen nicht an der Türe, sondern saß in seinem Stübchen. Er hielt das Pferd an und sah durch das Fenster, durch das die helle Sonne schien, das Mädchen an dem Spinnrad sitzen und emsig spinnen.
Die junge Frau blickte auf, und als es bemerkte, dass der Königssohn herein blickte, ward es über und über rot vor Scham, schlug die Augen nieder und spann weiter; ob der Faden diesmal ganz gleich ward, weiß ich nicht, aber es spann so lange, bis der Königssohn wieder weg geritten ward.

Als dann trat es ans Fenster, öffnete es und lächelte verlegen: "Es ist so heiß in der Stube," aber es blickte ihm verstohlen nach, solange es noch die weißen Federn an seinem Hut erkennen konnte.

Das Mädchen setzte sich wieder in seiner kargen Stube zur Arbeit und spann träumend weiter. Da kam ihm plötzlich ein Spruch in den Sinn, den die Alte manchmal gesagt hatte, wenn sie bei der Arbeit saß, und es sang die junge Weberin vor sich hin:
"Spindel, Spindel, geh du aus,
bring den Freier in mein Haus."

Jetzt hört euch nun an was geschah! Die Spindel sprang der Spinnerin augenblicklich aus der Hand und zur Türe hinaus; und als es vor Verwunderung aufstand und ihr nachblickte, so sah es, dass sie lustig in das Feld hineintanzte und einen glänzenden goldenen Faden hinter sich herzog. Es dauerte nicht lange, so war sie ihm aus den Augen entschwunden. Das Mädchen, da es keine Spindel mehr hatte, nahm das Weberschiffchen in die Hand, setzte sich an den Webstuhl und fing an zu weben.

Die Spindel aber tanzte immer weiter, und eben als der Faden zu Ende war, hatte sie den jungen Königssohn erreicht. "Was ist das denn?" rief er, "die Spindel will mir wohl den Weg zeigen?" drehte sein Pferd um und ritt an dem goldenen Faden zurück.

Das fleißige Mädchen aber saß an seiner Arbeit und sang erneut:
"Schiffchen, Schiffchen, webe fein,
führ den Freier mir herein."

Alsbald sprang ihr das Schiffchen munter aus der Hand und hüpfte zur Türe hinaus. Vor der Türschwelle aber fing es an einen Teppich zu weben, schöner, als man je einen gesehen hat. Auf beiden Seiten blühten Rosen und Lilien, und in der Mitte auf goldenem Grund stiegen grüne Ranken herauf, darin sprangen Hasen und Kaninchen: Hirsche und Rehe streckten die Köpfe dazwischen: oben in den Zweigen saßen bunte Vögel; es fehlte nichts, als dass sie gesungen hätten. Das Schiffchen sprang hin und her, und es war, als wüchse alles von selber.

Weil das Schiffchen auch fortgelaufen war, hatte sich das Mädchen zum Knöpfenähen hingesetzt: es hielt die Nadel in der Hand und sang:
"Nadel, Nadel, spitz und fein,
Mach das Haus dem Freier rein."

Da sprang ihr die Nadel aus den Fingern und flog in der Stube hin und her, so schnell wie der Blitz. Es war nicht anders, als wenn unsichtbare Geister arbeiteten, alsbald überzogen sich Tisch und Bänke mit grünem Tuch, die Stühle mit Sammet, und an den Fenstern hingen seidene Vorhänge herab.
Kaum hatte die Nadel den letzten Stich getan, so sah das Mädchen schon durch das Fenster die weißen Federn von dem Hut des Königssohns, den die Spindel an dem goldenen Faden herbeigeholt hatte.

Der stattliche Prinz stieg von seinem Pferd, schritt über den Teppich in das Haus herein, und als er in die Stube trat, stand das Mädchen da in seinem ärmlichen Kleid, aber es glühte so lieblich darin wie eine Rose im Busch.
Du bist die Ärmste und auch die Reichste," sprach er zu ihr, "komm mit mir, du sollst meine Braut sein."
Sie schwieg mit klopfenden Herzen, doch reichte sie ihm zärtlich ihre Hand. Da gab er ihr einen Kuss und führte sie hinaus aus dem Hause. Hob sie sanft auf sein prächtiges Ross und brachte sie in das königliche Schloss, wo die Hochzeit mit großer Freude gefeiert ward.
Spindel, Weberschiffchen und Nadel wurden in der Schatzkammer verwahrt und in großen Ehren gehalten.

Diese schöne Geschichte stammt aus meiner kleinen Schatztruhe von Märchen über Handarbeitskünste. Gelesen in meinem großen alten Märchenbuch aus der Sammlung der Gebrüder Grimm. Ich hoffe, sie hat euch gefallen und ein Lächeln geschenkt.

Viele herzliche verknopfende Grüße
Eure Sabine, Die Zwirnknöpfe Sabine Krump
Poesie im Kunsthandwerk
Gelesen in meinem großen alten Märchenbuch aus der Sammlung der Gebrüder Grimm.
https://zwirnknoepfe.jimdo.com/geschichten-und-m%C3%A4rchen/

 

 

 

Das Vögelein im Rosenstrauch

 

 

Einst habe ich Gesang vernommen,

so lieblich und so rein.

Von Ferne ist ein Lied gekommen

als wärs ein Chor von Engelein.

 

 

Das hübsche Vöglein wollt ich fangen,

dies kam mir plötzlich in den Sinn.

Mich seines bunten Kleids belangen.

So streckt` ich meine Hand ihm hin.

 

 

Warum willst du mein Leben,

was stört dich an mein lieb` Gesang?

Lass meine Stimme mich erheben

zur Freude und der Muse klang.

 

 

Des Vogels Stimm` tat mich liebkosen,

voll Inbrunst und voll Heiterkeit.

Betört von schwälgend Duft der Rosen

lauscht ich des Vögleins Fröhlichkeit.

 

 

So  ließ ich ab vom Vöglein klein,

im Käfig wär sein Herz gebrochen.

Es möge singen in die Welt hinein.

Ich hätt sonst nie mehr Rosenduft gerochen.

 

 

 

Sabine Krump und

Helmut Hehenberger

 

Der Geschichtenerzähler lachte und drückte Die Knopfmacherin an sich.
„Was machst du nur mit meinen Geschichten!“ schmunzelte er. „ Komm her und setz dich zu mir. Heute möchte ich dir die Geschichte vom Mond erzählen, dem ewig kalt war.“

 

Der Mond, der ewig fror

Mutter Erde hatte zwei Kinder. Die Sonne und den Mond. Während die glühende Sonne am hellen Tage den Blumen, Bäumen, Menschen, Tieren und den Vögelein ihr warmes Licht schenkte, zog der kalte Mond trist und einsam am Firmament seine Bahnen.

Er war schrecklich einsam in der Dunkelheit am Himmel und ihm fror aus Leibeskräften.
Da machte er sich auf den Weg und besuchte seine Mutter.
„ Mir ist so schrecklich kalt.“ grummelte er, als er in der eingeheizten Stubn bei seiner lieben Mutter Platz nahm und den heißen Kräutertee schlurfte. „ Mach mir doch einen warmen  Mantel  liebes Mütterlein, damit mir nicht mehr so kalt ist.“

Mutter Erde nickte und holte lächelnd ein Maßband und mass ihren Sohn den Mond runderhum von oben bis unten ordentlich ab.


Sie wählte mit Bedacht einen schönen warmen Stoff für den Mantel aus und begab sich emsig zur Nähmaschine.
„ Komm in ein paar Tagen wieder, bis dahin wird der Mantel  für dich fertig sein.“ Sie küsste den Mond und dieser zog freudig von dannen.
Groß und hell leuchtete er in ihre Stubn, damit sie genug Licht auch des abends zum Nähen hatte.
Es vergingen ein paar Wochen und der Mond kam voller Neugierde zu seiner Mutter.
Als er jedoch den Mantel  anprobierte, war diese viel zu weit.
„ Mutter!“ rief er überrascht. „ Du hast dich aber ganz gewaltig vermessen! Der Mantel  ist doch viel zu groß! Sieh nur!“ Der Mond war kaum zu sehen in dem über großen Mantel und kicherte, während er sich vor dem Spiegel hin und her drehte.
„Eigenartig. Du musst abgenommen haben mein Junge. Komm in ein paar Tagen wieder, ich werde ihn  bis dahin enger genäht haben.“ murmelte Mutter Erde.
Sie nahm erneut ein Maßbad und begann den Mond sehr sorgfältig zu messen. Sehr sehr sorgfältig, damit die Masse nun auch stimmen mögen.
Mit guten Dingen nahm sie den Mantel an sich und setzte sich an die Nähmaschine. Kramte nach einer kleinen Schere und trennte die Naht eifrig auf. Liebevoll begann sie das gute Stück kleiner zu nähen.
Der Mond umarmte seine Mutter und kehrte auf das Himmelszelt zurück.

 

Als er einige Tage später wieder an ihre Türe klopfte und den Mantel  probieren wollte, war diese so klein, dass selbst die Mutter lachen musste.
„ Du hast dich wieder vermessen.“ sagte er traurig. „ Sieh nur, da pass ich nie und nimmer mehr hinein. Ich werde weiterhin frieren, wenn ich am Himmel leuchte.“ Und eine große schwere Träne kullerte  ihm über seine dicken Backen.
Die Mutter wollte den Mantel  jedoch nicht mehr ändern und so ging der Mond bekümmert von dannen.

Als Mutter Erde ihn abends am dunklen Himmel leuchten sah tat ihr der Mond sehr leid.


Sie nahm ein paar Krümel Erde und machte sich auf den Weg zu ihrer Tochter der Sonne.
Sie erzählte ihr den Kummer vom Mond und die Sonne lachte. Diese begann hell und warm zu leuchten. Mit überschwenglicher Fröhlichkeit berührte sie mit ihrem Feuer die losen Erdenkrümel.
Mutter Erde nahm die glühenden Körner und warf sie mit aller Kraft dem Himmel empor und küsste ihren schlafenden Sohn.
Als der Mond aus seinem Nickerchen erwachte funkelte und leuchtete es am gesamten Firmament.
Abertausende Sterne schenkten ihm Wärme und Freude ein Lebenlang.

 

Lieber Helmut Hehenberger, ich danke dir für diese berührende Geschichte. In jedem einzelnen von uns liegt die Kraft der Veränderung. Spüre in dich hinein, nimm dich an in deinem ganzen Sein. Liebe und achte dich. Je mehr du in deiner eigenen Harmonie und Balance ruhst, desto mehr wirst du spüren, dass du nach außen hin etwas ganz anderes ausstrahlst. Dementsprechend wirst du von anderen wahrgenommen. Dein Umfeld und deine Verhaltensweisen beginnen sich zu ändern. Im Leben ist alles möglich. es liegt an uns selbst, den ersten Schritt zu tun und diese Veränderung zu sein, nach der wir uns sehnen.

Sabine Krump, Die Knopfmacherin

Poesie im Kunsthandwerk

 

 

 

" Ein Buch hat Blätter,

deren leeren Seiten mit den

Wünschen und Träume

der Menschen gefüllt sind.


Ein Baum hat viele Blätter,

auf jedes Einzelne

hat der liebe Gott das Wunder

der Schöpfung geschrieben."

 

 

Sabine Krump

 

 

 

 

 

 

 

Warum die Bäume Wurzeln haben

 

Erfunden und erdacht von Helmut Hehenberger

 Mit eigenen Worten ausgeschmückt von Sabine Krump

 

 Fragt man Kinder „Warum die Bäume Wurzeln haben,

so erfährt man Wahrhaftiges aus Kindermund;

 

 Damit die Bäume nicht umfallen.

 Die Wurzeln halten die Erde zusammen.

 Die Wurzeln sind die Strohhalme, damit kann der Baum das Wasser trinken.

 Die Bäume halten sich mit ihnen fest.

 Es sind die Füße der Bäume.

 

 Nun hört gut zu, was ich Euch zu erzählen weiß:

 

 Der liebe Gott fasste sich an sein energisches Kinn und scharrte seine engsten Engel um sich: “Burschen, ich muss euch etwas sagen. In den letzten sechs Tagen war ich sehr fleißig. Heut bin ich echt müd und mein Kreuz tut mir weh. Ich glaub, ich hab sogar einen Hexenschuss abgekriegt. Raphael, sei bitte so gut und sieh dann nach meinem Rücken. Danke!

 

Morgen mach ich Urlaub. Ich hau mich auf die Couch und werd ein bisschen chillen.

Ich werd nix tun, die Beine hochlagern, mir ein paar Chips in die Birne reinhauen und am siebten Tage Ruhn. Extrem couching ist angesagt Jungs. Doch nun guckt euch vorher einmal an, was ich getan habe. Ich habe das Universum gemacht!“

 "Ohhhh!“ tönte es staunend und die Engel warteten gespannt.

 

Gabriel hörte besonders aufmerksam zu, damit er es den anderen Englein später verkünden konnte, was der liebe Gott erzählte.

 

Ich hab die Sonne in die Mitte gesetzt, weil ich mir dachte, sie leuchtet so hell und allen möge ein Licht aufgehen. Dann hab ich die Sterne an das Himmelszelt gestreut und den Mond neben der Milchstraße platziert. Dort ganz hinten, habe ich einen überaus tollen roten Planten gemacht und einem Planeten hab ich sogar einen Ring verpasst. Sieht der nicht super aus?!“

 Die Engel klatschten begeistert Beifall und flatterten aufgeregt mit den Flügeln.

 Nur der freche kleine Luzifer rollte mit den Augen und stupste Michael an:„ Mah hey!

 Jetzt wird der alte Knabe echt wunderlich!“

 Der liebe Gott hat gute, nein sehr gute Ohren und hat das Gebrummel natürlich gehört.

 

Was war das?“ wandte er sich zu Luzifer, der in der hintersten Reihe stand und warf ihm einen kleinen Wolkenball an den Lockenkopf und hob die rechte Augenbraue.

 

 „Super! Toll! Prima! Großartig! Bin begeistert! Klasse! Kriegst ein Gefällt mir!“

 raunte der kleine Engelbengel und hob seinen Daumen keck in die Höhe.

Der liebe Gott schmunzelte verschmitzt und klatschte in die Hände. „Sodala! Außerdem hab ich einen ganz besonderen Planten gemacht. Er ist blau und ich nenne ihn „ Erde“.

 

Er ist noch ganz frisch und etwas kühl. Ahh, du, lieber Luzifer, wirst dich in die Mitte dieses Planeten begeben und ihn ordentlich von innen her aufheizen. Die Tiere, die Bäume, die Planzen, die Bumen, die Vögel und alle Fauna und Flora, welche ich auf diesen Planeten gebracht habe, werden sich freuen, wenn es etwas wärmer wird.“

 

Was soll ich? Na, supa! Kann das nicht ein anderer machen? Immer muss ich die blöden Arbeiten machen.“ murrte der kleine Engel und bohrte in der Nase.

 

" Du bist genau der Richtige Luzifer. Keiner könnte das besser, als du. Du hast das richtige „Know how“ dafür. Nur du, lieber Luzifer hast die Mega Ulitmative Power, die für diese Arbeit notwendig ist. Du bist der beste Mann für diesen Job!

Ich ernenne dich zum oberersten Lichtträger.

 

Hier hast Du das Feuer, mein Junge. Aber pass auf und fackle nicht alles ab. Hörst Du!“ dann übergab der liebe Gott Luzifer eine große Packung Steichhölzer und mahnte ihn noch einmal eindringlich.

 

" Kannst dich auf mich verlassen, Chef. Ich werd ein schönes Höllenfeuer machen!“ zwinkerte Luzifer und flog mit ein paar anderen Engel an seiner Seite auf den Planeten.

Bevor der liebe Gott sich zurückzog, winkte er die beiden Engel Barachiel und Jeremiel zu sich und gebot ihnen ein Auge auf Luzifer zu werfen.

Danach zog er sich hundemüde zurück.

 

Luzifer tat wie ihm geheißen wurde und er machte ein ordentliches Feuerchen. Er heizte so gut wie er nur konnte und erhitzte den kalten Planeten. Die Erde wurde warm und der schlafende Samen erwachte. Die Bäume wuchsen und die Blumen erblühten.

 

Die Tiere, die Vögel, die Fische und sämtliche Geschöpfe, welchem der liebe Gott Leben einhauchte, fühlten sich wohl und das Leben kehrte auf den Planeten ein.

 

Ja, das hat der Kleine wirklich gut gemacht!

Doch wie es im Leben auch ist, waren die Engel auch neugierige Lausbuben.

Sie wollten die Erde, mit allem was auf ihr kreucht und fleucht entdecken, darum legte Luzifer etwas mehr Holzscheite als üblich in den Ofen.

Schürte inniglich das Feuer, pustete noch ordentlich nach und weg waren sie.

Ausgelassen flogen sie mit den Adlern, ritten ungestüm auf feurigen Drachen und schwammen mit den Fischen eifrig um die Wette.

 

Entflammt in ihrem Sein vergaßen sie die Zeit im Spiel und des Weltentdeckens.

Derweilen wurde es im Kern des Planeten heiß. Heißer und heißer und der Ofen glühte.Die Meere begannen zu verdampfen und in dem feurigen Erdinneren broddelte es ganz gewaltig. Geysire bildeten sich und stießen das heiße Wasser mit gigantischer Urkraft in den Himmel. Die Erde brummte und grollte. Steine und Felsen türmten sich aufeinander und alles war in lebendiger Bewegung der allgegenwärtigen stetigen Veränderung.

Der ganze Planet war ein einziger dampfender Ball geworden und schien jeden Moment zu explodieren.

 

Bei Barachiel und Uriel läuteten die Alarmglocken, als sie das sahen. Gabriel flog so schnell er nur konnte zu dem lieben Gott und erzählte ihm ganz außer Atem was er gesehen hatte.

Der liebe Gott nahm sein Fernrohr, guckte hindurch und sah sich das Disaster an. Er murmelte und rubbelte seine breite Nase.

"Keine Bange, Gabriel. Ich habe eine Idee. Flieg zu Michael, er soll mir alle Engel zusammenrufen und wir treffen uns auf der Erde.“

Der Planet pfiff und brodelte, wie ein zu heiß gewordener Suppentopf, und er schien jeden Moment zu bersten.

 

Michael und die Engel nahmen sich den Schutzbefohlenen an und breiteten ihre Flügel,

 um alles Lebende auf der Erde.

Der liebe Gott spuckte in seine Hände und begann Erdhügel zu bauen. Er formte hohe Kegel und bohrte mit seinen Fingern geschickt tiefe Löcher in diese. Heiße glühende Lava strömte aus den Vulkanen und die enorme Hitze konnte schließlich abweichen.

 Krusten und Risse bildete sich auf der Erdoberfläche. Langsam kehrte Ruhe ein.

 

Sanft berührte der Herrgott die Bäume, spitzte seine Lippen und hauchte sanft den Wind in die Welt. „Lass die Wolken über das Land ziehen und Regenbringen, damit die Bäume frische grüne Blätter treiben können und der Welt den Atem des Lebens schenken.“

 

Alle Bäume auf der großen weiten Welt antworteten dem lieben Gott, mit dem Rascheln ihrer Blätter. Auf wundersamer zauberhafter Weise begannen die Wurzeln zu wachsen.

 

In die Tiefe und in die Breite wuchsen diese. Unaufhörlich rankten sie und suchten unabweichlich ihren Weg.

 

Berührten sie sich, so verzweigten, verrankten, verdrehten, verbogen, verstrickten, verknoteten, verwickelten, verhaspelten, verkreuzten, verbanden, verwurstelten, verflechteten, verknäuelten, verknopften, verknüpften sie sich und wuchsen kräftig weiter.

 

Das ging so weit und so lange, bis sie den gesamten Planten umwuchert hatten und fest zusammen hielten.

 

 So, als ob der liebe Gott, seine Hände um die Erde gelegt hat und fest umschloss.

 

Als sage er dir;

 Ich halte dich.

 Ich bin da.

 orge dich nicht. Lasse los und vertraue mir.

 

Alles wird gut!

 

Engel sind das Lächeln Gottes, das er uns wohlwollend schenkt!

 

Hörst du das Flüstern der Bäume, so ist es es die Stimme Gottes, die du vernimmst!

 

 

Ich hoffe, die Geschichte hat Euch gefallen und wünsche Euch,

 

Eure Wurzeln zu finden.

 

 

 

Sabine Krump, Die Knopfmacherin#

 

Poesie# im Kunsthandwerk#

Bild aus meinem Buch " Die Geschichte vom Zwirnknöpfchen#"

Scherenschnitt# von Lois Cordeila#, UK#

 

 

Dieses wunderbare armenische Märchen von der Sonnenblume# schenkte mir der Geschichtenerzähler# Helmut Hehenberger#, welche ich euch nun mit meinen eigenen Worten nacherzähle. Viel Freude mit der folgenden Geschichte.

 

 Der Sohn der Sonne

 

In längst vergangenen Tagen, da gab es ein Grünes Kaiserreich indem der Grüne Kaiser regierte. Dieser hatte eine einzige Tochter. Sie war so schön, dass selbst die Rosen in dem üppig blühenden Garten ihre Köpfe vor ihr verneigten.

 

Selbst die Sonne erfreute sich an dem hübschen Wesen, wenn sie mit ihren warmen Sonnenstrahlen ihr liebreizendes Gesichtlein streichelte.

 

 

 

Eines Tages trat ihr Vater, der Kaiser des Grünen Kaiserreiches zu seinem Töchterlein und meinte es wäre nun Zeit, dass sie sich vermählen und einen Prinzen erwählen solle. Die Prinzessin war zwar bezaubernd schön, doch war sie auch sehr eitel und wollte partut nicht heiraten. Das machte den Vater sehr besorgt und traurig, denn er war bereits alt und wollte sein geliebes Kind wohl behütet wissen. Er arrangierte deshalb ein großes Verlobungsfest in dem kaiserlichen Palast.

 

 

 

Innerhalb des Kaiserreiches und fern über der Landesgrenzen kamen die stolzen und reichen Königssöhne mit unzähligen großzügigen Geschenken für die wunderschöne Prinzessin angereist. Mit den besten Absichten warben sie um die bildhübsche Kaisertochter.

 

Doch keiner der edlen Prinzen war der Braut recht.

 

Der eine war zu groß, der andere zu klein. Der nächste war zu dick und der andere zu schmächtig. An jedem Einzelnen hatte die Prinzessin etwas auszusetzen und hochnässig verließ sie den Thronsaal.

 

Der Kaiser war wütend, nahm sein Töchterlein zur Seite und las ihr ordentlich die Leviten:„Hör zu mein liebes Mädchen. Du bist nun alt genug um einen Mann zu nehmen. Viele stattliche Prinzen bitten um deine Hand und du hast nichts besseres zu tun, als sie alle zu verschmähen!“

 

„ Ich heirate nur den Sohn der Sonne!“ lachte sie und stemmte die Hände in ihre zarten Hüften.

 

Der alte Kaiser schüttelte den Kopf und raufte sich die Haare.

So geschah es, dass nach etlichen Tagen, die beiden saßen gerade bei einem wahrlichem Festmahle, der Kaiser seiner Tochter mitteilte, er hätte den idealen Mann für sie gefunden.

 

Abrupt warf sie den goldenen Löffel auf den Tisch, hob frech die rechte Augenbraue, spitzte ihre zarten purpurroten Lippen und meinte zynisch, sie bliebe dabei und werde nur den Sohn der Sonne heiraten.

 

Der Kaiser aufgebracht über das Benehmen seiner Tochter sprang auf und gebot ihr das Schloss augenblicklich zu verlassen:„Dann geh doch und heirate diesen Sohn der Sonne! Aber eines lass dir gesagt sein, nicht eher kehre zurück in das Grüne Kaiserreich, als dass Du mit einem Manne an deiner Seite vermählt bist.“

Mit hoch erhobenen Hauptes verließ die Prinzessin das väterliche Schloss und machte sich auf den Weg die Sonne zu suchen, um ihren Sohn zu heiraten.

 

Sie ging ostwärts, denn dort sollte der goldene Palast der Sonne sein.

 

Tagelang – Nächtelang – Wochenlang, ging die hübsche Prinzessin durch das Land stets der Sonne entgegen. Fest entschlossen, den Sohn der Sonne zu ihrem Gemahl nehmen zu wollen.

So kam sie denn wahrlich zu dem goldenen Palast der Sonne, der auf einem hohen Berg ragte und trat ehrfürchtig vor sie hin.

 

„Ich möchte deinen Sohn als meinen Mann erwählen!“ begehrte die hübsche Prinzessin.

 

Die Sonne hob ihren Kopf, strahlte mit ihren gütigen Augen in das anmutige Antlitz der Prinzessin und lächelte milde:„ Das ist unmöglich, mein Kind. Niemand kann meinen Sohn heiraten!“

 

Doch die Prinzessin gab nicht auf. Immer und immer wieder bat sie darum. Sie bettelte schließlich, bis dicke Tränen aus ihren smaragdgrünen Mandelaugen über ihre roten Wangen kullerten. Es müsse ja irgendeine Möglichkeit geben, schluchzte sie.

 

Die Sonne fand Gefallen an der Beharrlichkeit des bildhübschen Menschenkindes und ließ sich erweichen:“Ich bin die Sonne und ich gebe dir meinen Sohn zum Gemahl.“ lächelte sie.

 

„Mein Sohn zieht gerade mit der goldenen Kutsche über das Himmelzelt. Wenn er aber wieder zurück ist, so werde ich ihm deine Bitte vortragen. Aber du darfst ihm ja nie ins Gesicht schauen, ansonsten geschieht ein großes Unglück!“

 

Die Prinzessin versprach dies hoch und feierlich und wartete ungeduldig bis es abend wurde.

Als die Abenddämmerung den Himmel in ein leuchtend rot färbte sah die Prinzessin sieben goldene Pferde, welche eine goldene Kutsche, die lichterloh in goldenen Flammen stand, über das Firmament zogen. Auf dem Kutschbock gewahrte sie die Gestalt eines großen stattlichen Mannes. Sie wandte ihren Blick sofort zu Boden, wie sie es der alten gütigen Mutter Sonne versprochen hatte.

 

Der Sohn der Sonne war von der Schönheit der Prinzessin sehr angetan und willigte in das Hochzeitsbündnis ein.

So lebten sie glücklich und ein Jahr verging. Die Prinzessin hielt ihr Versprechen, welches sie einst der Sonne gab und getraute sich nie ihrem Mann in das Gesicht zu blicken, da es ihr von Mutter Sonne so aufgetragen wurde. Aber, die Prinzessin wurde doch neugierig und schließlich ging sie zu der alten weisen Sonne und trug ihr Leid vor.

„ Ich bin seine Frau. Warum darf ich meinen Mann nicht ins Gesicht sehen?“ weinte sie.

 

Die Sonne hatte schließlich erbarmen mit der wunderschönen Prinzessin und trocknete milde ihre Tränen. „Nun, so will ich dir helfen.“flüsterte sie mitleidig.“Ich weiß, was dein kleines liebendes Herz quält mein schönes Kind, und ich gebe dir einen guten Rat. Stell eine Schüssel Wasser vor deinem Gemahl und schau dir darin sein Spiegelbild an. Aber merke dir: Wenn du zu lange bei seinem Antlitz verweilst, wird er es bemerken, und dann ergeht es dir schlecht. Achte also darauf!“

 

Die Prinzessin bedankte sich, tat wie die alte Frau Sonne es ihr geheißen hatte.

Als der Sohn der Sonne abends von seiner Himmelsreise heimkehrte, stellte sie eine Schüssel Wasser vor ihn hin und schaute voller Neugierde hinein.

 

In der gläsernen Schüssel zeigte sich das Gesicht ihres lieben Gemahls und es war so bezaubernd schön, anmutig, charmant und freundlich, dass ihr schier das Herz stehenblieb.

 

Sie vergaß die Warnung der Sonnenmutter und verlor ihren Blick in dem Spiegelbild.

 

Ihr Gemahl bemerkte dies und wurde sehr zornig: „Warum hast du das getan? Wenn du nicht gehorchen kannst, so will ich dich nicht mehr hier haben!“

 

Er vertrieb gebietend die weinende Prinzessin aus dem goldenen Sonnenpalast. In ihrer großen Not, lief sie verzweifelt über Stock und Stein, doch kam sie nicht weit.

 

Die Sonne bemerkte was geschehen war und erbarmte sich der Prinzessin. Auf einem Felde an dem die traurige Kaisertochter weinend saß, verwandelte die Sonnenmutter sie in eine hochragende Pflanze mit einer großen gelben Blüte.

 

Die große gelbe Blüte dreht sich sogleich der Sonne zu und das macht sie auch noch heute.

 

Die Menschen gaben ihr daher den Namen Sonnenblume.

Und wisst ihr, es war ein kleines Vöglein, welches den Samen der großen gelben Sonnenblume auf dem Felde in den blühenden Garten des Grünen Kaiserreiches trug. Und dort, ja dort erblüht sie nun jedes Jahr auf`s Neue. Und der Grüne Kaiser lächelt die Sonnenblume mit seinen warmherzigen traurigen Augen an. Mit einem Male fühlt er eine bekannte tief vertraute Wärme in seinem Herzen aufsteigen. Und dann…. beginnt er leise zu lachen.

 

Ich hoffe, die Geschichte der Sonnenblume hat euch genauso gut gefallen wie mir!

 

Herzlichst Eure Sabine, Die Knopfmacherin

 

Poesie im Kunsthandwerk, zwirnknoepfe.jimdo.com

 

Kontakt zu Helmut Hehenberger, Geschichtenerzähler, Kräuterpädagoge

Kunstverein KREATIVITY  Bild/Ton/Werk  http://www.kreativity.at/

 

 

 

"Die Menschen flüstern, sie ist eine Traumtänzerin, ein bunter Vogel, sie ist anders.

 

Ich lächle und sage,

ich bin ich!

 

Es ist wichtig im Leben, die Türe zu sich selbst zu öffnen. Sich zu finden und zu leben was man ist.

 

Denn nur das ist der Schlüssel

zu einem erfüllten Leben.

 

Manchmal muss man einen Spaziergang durch ein kaltes unfreundliches Regenwetter machen, um das Feuer der Wärme wohlwollend im Inneren seiner Selbst zu spüren.

 

 

 

Finde Dich und hab den Mut es auch zu leben.

 

Diese Kraft und unendliche Liebe Dich in Deinem ganzen wunderbaren wertvollen Sein anzunehmen, das wünsche ich Dir aus ganzem Herzen."

 

Sabine Krump,

Die Knopfmacherin

 

"Ich denke im Leben ist es wichtig, nicht nur passiv Zuschauer zu sein, sondern auch aktiv auf der Bühne zu spielen. Das Stück heißt Leben."

 

Sabine Krump

 

"Wenn das Herz erzählt, erzählt es mit Liebe, dann wird vieles lebendig."

Sabine Krump

Wunder sind allgegenwärtig!

"Weit oben, im Schein der hellen Sonne sehe ich meine bedeutungsvollen Bestrebungen und Vorhaben, die ich noch machen möchte. Auch, wenn ich sie nicht alle erreichen kann, so erfreue ich mich an ihrem Sein und fühle sie in der Wärme der Sonnenstrahlen. Ich kann mich im Licht erinnern und versuchen sie tagtäglich nahbarer zu machen."

 

Sabine Krump

 

Es gibt einen Ort in dir,
der liegt tief versteckt zwischen schlafen und wachen.
Es ist der Platz, wo die Träume geborgen und noch bei dir sind. Und dort ist es am Anfang immer dunkel, aber dann mit jedem Herzschlag erwächst das Leben heller strahlender in dir.
Was du dort findest?
Die Seele.
Denn deine Seele wird langsam geboren.
Sie wächst mit dir.

 

Sabine Krump

Der liebe Gott ruht in Fels und Stein,
er lacht durch die Blumen und Pflanzen,
er spricht durch die Tiere,
träumt in den warmen Sonnenstrahlen,
und erwacht in den Wellen des Wassers.
In den liebenden Herzen der Menschen offenbart er sich.

 

Sabine Krump

 

"Die Natur ist sich ihr eigener Gärtner und die Tiere passen sich der Natur an. Der Mensch hingegen muss gegen seine Natur kämpfen, damit uns die Natur erhalten bleibt. Wohl denn, wie kann der Mensch sich Gärtner der Natur nennen?"

 

 

Sabine Krump

Göttlichkeit, heißt nicht herrschen,
es bedeutet Liebe, Verständnis, Mitgefühl für alle Geschöpfe.

 

Sabine Krump

"An Altem und längst Vergangenem starr festhalten, das ist als ob Du in Captain Ahab`s Spuren wandelst und verzweifelt hinter
Moby Dick her jagst. Lass los!
Und liebe die Veränderung!"

  Sabine Krump

Wenn dich die Lüfte der Winde an einen Ort getragen haben, der dir nicht behagt, so entfalte deine Flügel und lass dich von den zarten Turbulenzen des Himmelsatems in neue Höhen tragen.

 

Sabine Krump